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Thomas Horst

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Thomas Horst

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Der Einsatz von Kalkhydrat zur Abscheidung saurer Schadgase ist in Rauchgasreinigungsanlagen bei Prozesstemperaturen < 200 °C Stand der Technik. Grundsätzlich ist eine Steigerung der Abscheideleistung in höheren Temperaturbereichen von 200-450 °C zu erwarten, da sich unter anderem der Calciumnutzungsgrad auf bis zu 60 % erhöhen kann und der positive Effekt der Dehydratisierung stärker auswirkt. Zu den Abgasreinigungsverfahren gehören die Trockensorption, die konditionierte Trockensorption und die Nasswäsche. Kalk kann hierbei in Form von Kalkstein, Branntkalk und Kalkhydrat bzw. Kalkmilch direkt im Feuerraum oder in anschließenden Reaktoren zudosiert werden. Das Ziel des Forschungsvorhabens ist es, eine für den individuellen Anwendungsfall optimale Betriebstemperatur zur Erzielung der höchsten Abscheidegrade mittels Kalkhydrat zu identifizieren. Zur Erreichung dieses Ziels soll eine mobile Versuchsanlage im Technikumsmaßstab konstruiert werden, die für Untersuchungen an Großanlagen montiert wird. Diese Versuchsanlage ist analog zu Großanlagen aufgebaut und besitzt als Kernkomponenten einen Wirbelschichtreaktor mit nachgeschalteten Gewebefilter.

Durch den zu erwartenden ressourcen- und energieeffizienteren Betrieb, trägt die neu zu erforschende Anlagentechnik unmittelbar zum Umweltschutz bei und besitzt neben den für die Anlagenbetreiber vorteilhaften ökonomischen Faktoren auch einen erheblichen ökologischen Nutzen. Der geringere Verbrauch von Kalkhydrat führt direkt zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen. Zusätzlich können die verbesserten Abscheideleistungen eine Erfüllung immer restriktiverer Schadstoff- und Emissionsgrenzwerte in der Abgasreinigung ermöglichen. Branchenübergreifend profitieren kleine und mittelständische Unternehmen von einer Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und der Erschließung neuer Absatzmärkte, durch den wirtschaftlicheren Betrieb, den Um- oder Neubau von Anlagen und dem erweiterten Einsatzspektrum von Kalkhydrat.

Text von Dr. Frank Ohnemüller, Forschungsgemeinschaft Kalk u. Mörtel

Forschungspartner: Forschungsgemeinschaft Kalk und Mörtel

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